Berufsunfähigkeit: unbestimmt und unverbindlich.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Aktuelle Bewertung der PremiumCircle Deutschland GmbH zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeder der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt muss wissen, dass man in vielen Fällen nur eine Streitoption für den Leistungsfall kauft.

Eine aktuelle Erhebung unseres Unternehmens hat in den Top-Tarifen von bei 61 Versicherern 130 unverbindliche Formulierungen und unbestimmte Begriffe identifiziert. Das fängt bei der Beschreibung des versicherten Risikos an und hört bei den im Leistungsfall zu erbringenden Nachweisen auf.

Die Vertragsbedingungen sind an den entscheidenden Stellen marktkonform standardisiert und so dehnbar, dass die Leistungskennzahlen der Versicherer trotz gleichem inhaltlichen Tenor massiv divergieren.

Kein einziges Unternehmen formuliert verständlich wann eine Berufsunfähigkeit im Sinne der Vertragsbedingungen tatsächlich vorliegt, welche Ärzte mit welcher Befundtiefe die körperlichen oder seelischen Erkrankungen nachweisen müssen und welche Tätigkeits- und sonstigen Nachweise im Leistungsfall in welcher Detailtiefe vom Versicherten konkrete zu erbringen sind.

Die Vorstellungen, wann eine Berufsunfähigkeit konkret vorliegt, klaffen in der Interpretation zwischen Versicherer, Vermittlern, Testern und betroffenen Versicherten erfahrungsgemäß weit auseinander.

Daher sollten Versicherte einkalkulieren, dass Sie im BU-Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit eine professionelle Leistungsfallbegleitung in Anspruch nehmen müssen, die unter Umständen nochmals zwischen 4.000 € und 8.000 € kosten wird.

Ein absurdes Geschäftsmodell bei so einer wichtigen Absicherung.

Dennoch brauchen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Notfalls auch um sich vor Gericht um eine Leistung streiten zu können.

Friedberg, im Juni 2019

 

Sie sollten aber vor Abschluss folgendes wissen:

Die Kostspielige Geometrie der Berufsunfähigkeitsversicherung und die Transparenzkriterien

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die einzige Versicherungssparte in der klar ist, dass so gut wie nichts klar ist. Die Unverbindlichkeiten in den Vertragswerken (aktuell additiv 130 bei 61 Versicherern) beginnen aktuell bereits beim Leistungskern (was ist eigentlich eine BU zu 50%) und ziehen sich wie ein roter Faden durch die Vertragswerke aller Anbieter. Das hat Auswirkungen für Versicherte.

Erhebliche sogar. Insbesondere dann, wenn im Leistungsfall eine BU nachgewiesen werden muss.

So steht z.B. in den Vertragsbedingungen, dass eine BU “ärztlich” nachgewiesen werden muss. In der Praxis kann das bedeuten, dass die Bescheinigung irgendeines behandelnden Arztes in der Regel mangels vermeintlicher Fachkompetenz, fehlender Befundtiefe oder unzureichend nachgewiesenem Leidensdruck oftmals nicht ausreicht.

Das gleiche gilt beispielsweise auch für den Umfang von beruflichen Qualifikationsnachweisen, Tätigkeitsbeschreibungen, Zeitnachweisen oder anderweitigen berufsbegleitenden Dokumentationen. Hinzu kommt, dass oftmals zeitlich herauszögernde Gutachten zur Glaubwürdigkeit von Versicherten eingeholt werden.

Das heißt: Sie zahlen nicht nur bei Abschluss Ihre Versicherungsprämie, inklusive Risikogewinne für den Versicherer, Provisionen für den Vermittler, Verwaltungskosten etc., sondern auch im Leistungsfall möglicherweise nochmals dafür, dass Sie aufgrund der vertraglich fixierten Auslegungsspielräume der Versicherer die professionelle Hilfe eines Leistungsfallbegleiters in Anspruch nehmen müssen.

Bestehen Sie bei Vertragsabschluss auf ein Protokoll aus der PremiumSoftware.

Ab der Version 10.0 haben wir in unserer Software die oben beschriebene Problematik umfangreich berücksichtigt.

In unseren Analyseprotokollen finden Sie zu allen relevanten Leistungsmerkmalen – auch zu den unverbindlichen Formulierungen und den unbestimmten Begriffen – umfassende Dokumentationen und Erläuterungen die Ihnen transparent aufzeigen, wie transparent und verständlich der Versicherer in seinem Vertragswerk agiert.

Kostspielige Geometrie der BU

Das Prinzip Hoffnung, Risiko, Ungewissheit

Problem: BU-Leistungsfall

Fritz und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Unser Film veranschaulicht, wo unter anderem die Schwachstellen in den Versicherungsprodukten liegen.

Juni 2019: BU-Rating in der AVB-Vergleichssoftware PremiumSoftware elementar umgestellt. PremiumCircle Deutschland GmbH setzt erneut Marktstandards in der Analyse.

  • Die PremiumCircle Deutschland GmbH (PCD) analysiert seit 2009 das Produktangebot des im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherungen auf Basis der allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und bildet ihre Ergebnisseadditiv und ungewichtet – transparent und quellenbasiert in der PremiumSoftware ab.
  • Methodisch wurden bis 5/2019 (Version 9.1) alle vorhandenen und aus unserer Sicht leistungsrelevanten AVB-Merkmale (IST-Analyse) der TOP-Tarife identifiziert, strukturiert und in sogenannten PCD-Leistungskriterien (LK ) rankbar zugeordnet.
  • Unklare oder unverbindliche Leistungsbeschreibungen sowie Formulierungen zu den im Leistungsfall vom Versicherten zu erbringenden Nachweise zur Leistungsentscheidung wurden wegen der marktkonform pauschalen Standardisierung dabei bislang nicht berücksichtigt.
  • Von bislang insgesamt 117 additiv erfassten PCD-Leistungskriterien (LK) lag die Spannbreite der additiven Erfüllung der TOP-Tarife im BestOf-Verfahren zwischen 78 und 29 erfüllten LK.
  • In einer aktuellen Analyse (Stand 5/2019) der TOP-Tarife von 61 Versicherern wurden in deren AVB insgesamt  130 unverbindliche Formulierungen und unbestimmter Begriffe identifiziert, die maßgeblich mit den Voraussetzungen zur Leistungserbringung der Versicherer zusammenhängen.
  • Um für Vermittler und potentielle Endkunden eine transparente Entscheidungsgrundlage zu ermöglichen, stellt die PCD auf Basis der oben beschriebenen Analyse ab 6/2019 die PremiumSoftware (Version 10.0) im Bereich BU durch die Einführung von Transparenzkriterien erstmals auf eine duale Analyse.
  • Neben einer grundlegenden Restrukturierung der rankbaren Leistungskriterien der IST-Analyse gibt es nunmehr auch im Rahmen der Transparenzkriterien die SOLL-Analyse.

Von nunmehr insgesamt 109 additiv erfassten PCD-Leistungskriterien (LK) liegt die Spannbreite der additiven Erfüllung der TOP-Tarife im BestOf-Verfahren zwischen 58 und 23 erfüllten LK.

April 2018: Neue Umfrageergebnisse zum tatsächlichen Leistungsverhalten der BU-Versicherer. Bereitschaft zur Transparenz nimmt bei einem Großteil der Unternehmen deutlich ab.

Am 01.02.2018 wurde erneut an 61 BU-Versicherer ein umfangreicher Erhebungsbogen für die Jahre 2015 und 2016 zum tatsächlichen Unternehmensindividuellen Leistungsverhalten versandt.

Entgegen der ersten Erhebungen im Herbst 2016 haben nur noch 7 Versicherer Transparenz gezeigt:

Alte Leipziger, AXA, Barmenia, Debeka, HDI, LV1871, Swiss Life.

Angabe dass keine relevanten Daten vorliegen:

DBV, Canada Life, DÄV, Frankfurter Leben, Helvetia, my Life, Neue Leben, Postbank Versicherung, Süddeutsche Leben, Targo.

Keine Transparenz geleistet haben:

Aachen Münchener, Allianz, Basler, CommunityLife, Concordia, Condor, Continentale, CosmosDirekt, DEVK, Dialog, die Bayerische, Direkte Leben, Ergo, Europa, Familienfürsorge, Generali, Gothaer, Hannoversche, HanseMerkur, Heidelberger Leben, HUK, HUK24, Signal Iduna, Inter, Interrisk, Itzehoer, LVM, Münchener Verein, Nürnberger, Provinzial Nordwest, Provinzial Rheinland, R+V, Standard Life, Stuttgarter, Sparkassen Versicherung, Universa, VK Bayern, VGH, Volkswohlbund, VPV, WGV, Württembergische, WWK, Zurich.

Die wichtigsten Ergebnisse zeigen weiterhin eklatante Unterschiede im Leistungsverhalten der Unternehmen.

Ergebnisgrafik:

Die nachstehende Grafik zeigt die uns von den teilnehmenden Versicherern jeweils vorgelegten Leistungskennzahlen für die Jahre 2014, 2015, 2016.

Für jeden Versicherer wurde dabei durchgängig die gleiche Farbcodierung verwandt. Die Farben lassen hierbei keine Rückschlüsse auf die jeweiligen Unternehmensfarben zu.

In der Tabelle befinden sich ebenso am linken Rand die jeweiligen Durchschnittswerte zu den uns gemeldeten Fallzahlen der teilnehmenden Unternehmen. Diese enstprechen in etwa den alljährig vom GDV publizierten Branchenwerten.

Stimmen zur Studie und zum 1. Recht-Symposium BU

Zum Video

März 2017: Ergebnisse der QTi zum tatsächlichen Leistungsverhalten der BU-Versicherer zeigen gewaltige Unterschiede auf

Die Studienergebnisse wurden im Rahmen des 1. Recht-Symposiums zur Berufsunfähigkeitsversicherung am 28.03.2017 in Frankfurt vor 100 akkreditierten Teilnehmern und Fachjournalisten vorgestellt.

Die ausgewerteten Ergebnisse zeigen eine hohe unternehmensindividuelle Spreizung des Leistungsverhaltens und bestätigen für Verbraucher wie Vermittler eine faktische Orientierungslosigkeit.

Die wichtigsten Ergebnisse im Auswertungsjahr 2014 zeigen eine eklatante Varianz im Leistungsverhalten:

  • Bis zur Hälfte der Anträge werden abgelehnt. Von 16.150 abschließend bearbeiteten Leistungsfällen wurden insgesamt 72,2 Prozent (11.656 Fälle) anerkannt. 27,8 Prozent (4.494 Fälle) wurden abgelehnt. Die unternehmensindividuelle Quote variiert zwischen 55,8 Prozent und 13,9 Prozent der abschließend bearbeiteten Leistungsfälle.
  • Von insgesamt 4.494 abgelehnten Leistungsfällen wurde in 8,7 Prozent der Fälle im Jahr 2014 Klage durch den Versicherungsnehmer/Versicherte Person erhoben.
  • Erfolgsquote der Kläger zwischen null und 83 Prozent. Von insgesamt 169 in 2014 getroffenen erstinstanzlichen Urteilen (LG) gingen 31,4 Prozent zugunsten des klagenden Versicherungsnehmers/Versicherte Person, 68,6 Prozent zugunsten des Versicherers aus. Die unternehmensindividuelle Quote der durch Versicherer verlorenen Prozesse variiert zwischen 0 und 83,3 Prozent.
  • 63,4 Prozent aller abschließend bearbeiteten Leistungsfälle wurden unbefristet anerkannt. Die unternehmensindividuellen Anerkennungsquoten variieren dabei zwischen 36,2 und 83,3 Prozent. Die mit der Anzahl der unbefristeten Leistungsanerkenntnisse gewichtete durchschnittliche monatliche BU-Rente beträgt dabei 795 Euro. Die unternehmensindividuellen durchschnittlichen BU-Renten variieren zwischen 590 und 1.195 Euro.
  • Die mit der Anzahl der abschließend bearbeiteten Leistungsfälle gewichtete durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zum Abschluss eines Leistungsfalls beträgt 95 Tage. Die unternehmensindividuelle durchschnittliche Varianz liegt dabei zwischen 30 und 219 Tagen.
  • Das mit der Anzahl der abschließend bearbeiteten Leistungsfälle gewichtete durchschnittliche Alter bei Meldung eines Leistungsfalles beträgt 45,7 Jahre. Die unternehmensindividuelle Varianz liegt dabei zwischen durchschnittlich 40,4 und 48,1 Jahren.

2014 wurde von den teilnehmenden Versicherern in 6.060 Fällen die BU-Rentenzahlung ehemals unbefristeter Leistungsanerkenntnisse eingestellt.

  • Davon wurden 18,9 Prozent aufgrund einer Nachprüfung Die unternehmensindividuelle Varianz liegt zwischen 39,9 und 4,3 Prozent.
  • Die mit der Anzahl im Jahr 2014 eingestellter unbefristeter Leistungsanerkenntnisse gewichtete vorangegangene durchschnittliche Leistungsdauer bis zur Einstellung der unbefristeten Leistung beträgt 6,5 Jahre. Die unternehmensindividuelle Leistungsdauer variiert dabei zwischen durchschnittlich 3,5 und 9,0 Jahren.
  • Die mit der Anzahl im Jahr 2014 eingestellter unbefristeter Leistungsanerkenntnisse gewichtete durchschnittliche Höhe der vorangegangenen geleisteten monatlichen Berufsunfähigkeitsrenten betrug 672 Euro. Die unternehmensindividuelle Höhe lag monatlich zwischen durchschnittlich 468 und 1.117 Euro.

Kein Versicherer schnitt im Unternehmensvergleich in allen untersuchten Teilbereichen überdurchschnittlich ab. Es konnte allerdings festgestellt werden, dass einzelne Unternehmen in relevanten Teilbereichen konsistent Ergebnisse über dem ermittelten Durchschnitt der teilnehmenden Unternehmen erzielt haben und sich somit deutlich positiv von ihrem Wettbewerb abheben.

Fazit: Das durchschnittliche junge Alter bei Meldung eines Leistungsfalles von 45,7 Jahren untermauert die Notwendigkeit der Existenzabsicherung. Die Fülle unbestimmter Begriffe und unverbindlicher Formulierungen im VVG, den GDV-Musterbedingungen und den unternehmensindividuellen Vertragsbedingungen ermöglichen jedoch die vorliegenden eklatanten Unterschiede im Leistungsverhalten. Die oftmals nicht zur Erhaltung des Lebensstandards ausreichende durchschnittliche BU-Rente unbefristeter Leistungen in Höhe von 795 Euro weisen zudem auf eine deutliche Unterversorgung hin.

Im Rahmen einer Querprüfung wurde festgestellt, dass 12 der 15 Teilnehmer bei vergangenen Produktratings führender Agenturen dennoch deren jeweilige Höchstbewertung erhalten haben.

 

Die Ergebnisse sind in unserer Pressemitteilung zusammengefasst. Weitere Zusatzinformationen können Sie hier kostenfrei anfordern.

Kommentierungen und Stimmen zur Ergebnisvorstellung von Vermittlern, Fachanwälten, Leistungsfallregulierern Fachpresse und Politik finden Sie in unserem Video das im Rahmen des 1. Recht-Symposiums zur Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen wurde.

Herbst 2016: Qualitäts- und Transparenzinitiative (QTi) zur Berufsunfähigkeitsversicherung gestartet

Die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen werben seit Jahren damit, dass trotz unverständlicher Versicherungsbedingungen insbesondere die individuelle Leistungspraxis kundenfreundlich sei.

Seit Jahren kursieren allerdings Aussagen, wonach die durchschnittliche Leistungsdauer gezahlter Berufsunfähigkeitsrenten im Branchenschnitt bei lediglich rund 2 Jahren läge. Um diesen Dissens aufzulösen und Transparenz zu schaffen, hat die PCD die Qualitäts- und Transparenzinitiative zur Berufsunfähigkeitsversicherung gestartet.

Im Rahmen der Initiative wurde ein detaillierter Erhebungsbogen mit 75 Fragen zum tatsächlichem Leistungsverhalten an 62 relevante Versicherer und den Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) verschickt.

Aufeinander aufbauend liegt der Fokus der Fragen dabei neben der Anzahl, der durchschnittlichen Höhe und Leistungsdauer der anerkannten monatlichen Berufsunfähigkeitsrenten, auch erstmalig in der differenzierten Betrachtung möglicher juristischer Eskalationsstufen innerhalb der Leistungsprüfung.

Außergerichtliche Vergleiche werden dabei genauso berücksichtigt, wie die einzelnen gerichtlichen Instanzen nebst Urteilen für oder gegen die Versicherten. Die Fragen beziehen sich jeweils auf die Kalenderjahre 2000 bis 2016.

Die Antworten sollen zunächst eine faire, objektive Beurteilung des tatsächlichen Leistungsverhalten der Versicherer ermöglichen und eventuell vorhandene Handlungsfelder für Gesetzgeber und Unternehmen identifizieren.

Die Ergebnisse wurden als Branchenergebnis am 28.03.2017 veröffentlicht.